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Chemnitz im September 2009

4 Oktober 2009 ChosyCheM 3 Kommentare

Wieder einmal haben wir uns in die Untiefen der Lokalpresse gewagt, um euch unsere Top 10 der Ereignisse im September zu präsentieren.

10. Münztelefone sind nicht geeignet, um im Rathaus eine Pizza zu bestellen. So war die Polizei damit beschäftigt einen “schwer verständlichen Anruf” auszuwerten, da nicht klar war, ob der Besteller “extra Käse” verlangte. Die “aufwendige Analyse” des “schwer verständlichen Anrufs” ergab dann allerdings anstatt Pizza Bombay überraschend eine Bombendrohung. 35 Beamte mit Hund untersuchten aufgrund des “schwer verständlichen Anrufs” das Rathaus und fanden weder eine Sprengladung noch Pizza-Schachteln, was den “schwer verständlichen Anruf” noch ominöser machte.

09. Po-Gucker unterwegs: Wenn euch ein Pärchen in Chemnitz über den Weg läuft, das sich gegenseitig die ganze Zeit verliebt auf den Po anstatt ins Gesicht schaut, dann habt ihr Nicole und Fait gesehen. Er war Bild-Boy und sagt: “Bei Frauen gucke ich zuerst auf: den Po”, sie war Bild-Girl und sagt: “Was mich anmacht: mein Freund Fait (vor allem sein Po)”. Gleich zwei Bild-Nackedeis aus Chemnitz in diesem Monat!

08. Der Nussknacker am Autobahn-Rastplatz “Auerswalde” wird nie wieder seinen Dienst tun. Eine Autofahrerin hat ihn umgefahren. Die 3,5m hohe Holzfigur bot im Raum Chemnitz die einzige Möglichkeit, sich Kokosnüsse zu knacken. Erste Barbetreiber melden Engpässe beim Coconut-Kiss-Cocktail.

07. Ein Lehrer am André-Gymnasium hat angeblich Häschen im Fotoklub der Schule fotografiert. Offenbar hatte er seine Models im Internet gesucht, um mit wissenschaftlichen Mitteln den Hase von Dürer nachzustellen. Der Drittmittelgeber Playboy zeigte sich enttäuscht über den Abbruch der “Tierversuche”.

06. Die Chemnitzer sind seit der politischen Wende sieben Jahre älter geworden, leider jedoch im Durchschnitt. Die Landesamtsstatistiker stellen fest, dass das Durchschnittsalter in der Stadt bei 47 Jahren liegt. Spätestens im Jahr 2169 sollten wir uns darüber Gedanken machen, dann wird der Durchschnitt bei 103 liegen. Und als hätten wir nicht schon genügend Fossilien in der Stadt, wurde diesen Monat auch noch ein Saurier in Chemnitz gefunden.

05. Mitte des Monats stellte VW den neuen „Alters-Simulations-Anzug“ vor: “Durch einfaches Anziehen speziell ausgestatteter Kleidungsstücke wie Hose, Weste oder Schuhe wird eine realitätsnahe Simulation altersbedingter Einschränkungen möglich.” Zum Anzug gehört u.a. eine lila Schürze mit rosa Rosen, welche die Geschmacksblindheit im Alter simuliert und den sprunghaften Anstieg verkaufter Golf-Modelle mit Tiger-Lederbezug und Toiletten-Rolle erklärt.

04. Nachdem die TU Chemnitz aus der Philosophischen Fakultät die Human- und Sozialwissenschaften in eine eigene Struktur überführt hat, werden nun alle Professuren neu gegliedert. Neben dem Institut für angewandte Unlogik im Erklären von Wahlergebnissen an der Politik-Fakultät wird das neue “Taschen- und Schuh-Stil-Institut” (kurz Tussi-Kunde) bei den Frauenwissenschaften seine Türen öffnen.

03. Besseres Image fürs Falschparken – in Zukunft erhalten wir von vierzehn neu eingekleideten Politessen unsere Zettel. Auch sind sie nicht mehr als Ordnungsamt unterwegs, sondern als Polizeibehörde. Geplant sei außerdem, die schnöden Zettel unter dem Motto “Falschparken lohnt sich” durch bunte Sammelkarten für das erfolgreiche stadteigene MMORPG SessionNet zu ersetzen. Im Erweiterungspaket “World-of-Carcraft” erhöhen sie deine traits im Einparken und Drive-In-Fahren, sind aber auch total cool am Spiegel anstelle deiner Diddl-Maus oder dem Duftbäumchen anzusehen.

02. Dieses Jahr wird es kein Fest der Volksmusik mehr in der Stadthalle Chemnitz geben. Wir sind bestürzt und enttäuscht. Zutiefst. Warum kommt Florian Silbereisen nicht mehr nach Chemnitz? Voller Trauer fehlen uns die Worte.

01. Nach Marx-Verhüllung und unzählbaren Marx-Fotomontagen kommt jetzt noch der Ikea-Katalog lesende Marx. Die Bevölkerungsumfrage ergab: etwa 200 Bürger interessieren sich für die Aktion des Großkapitalisten mit dem Großkommunisten, den anderen war es egal. Einige Kritiker vermuten hinter der 25.000 € Aktion eine Gedenkaktion für die Schließung des Billy-Werks in Gardelegen bei Magdeburg, wo mehr als 200 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Dieses fabrizierte bereits seit DDR-Zeiten und sei jetzt dem Kostensparwahn des Kapitals zum Opfer gefallen. Andere finden es gut, dass Herrn Marx die Produkte gezeigt werden, welche aus jenem fernen östlichen Land stammen, die seine Lehre umsetzen.

03. Neue vs. alte Ordnungsamt-Uniform

03. Neue vs. alte Ordnungsamt-Uniform

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