Chemnitz im Oktober 2009
Auch der vergangene Monat bot seine Tiefpunkte und Halbwahnsinnigkeiten aus Presse und dem Chemnitzer Alltag, die wir euch in den Top 10 der Ereignisse im Oktober rückblickend vorstellen.
10. Die Öffnungszeiten des Chemnitzer Weihnachtsmarktes sollen doch endlich um eine Stunde verlängert werden, fordern die Liberalen im dritten, vierten oder achten Jahr. Außerdem sei es für viele Studenten viel zu spät, wenn der Markt erst um 7 Uhr morgens öffne. Die Weihnachtsmarktwirtschaft soll außerdem durch eine Erhöhung des Alkoholgehalts im Glühwein um 3,5 Prozent sowie des Kitschfaktors um 2,23 angekurbelt werden. Ach du lieber Weihnachtsmann.
09. Die Messe Chemnitz definiert das Wort „fit“ überraschend neu. Sie sucht für eine „Best Ager“-Modenschau Frauen mit Kleidergröße 46 – „die auch ab dem 40. Lebensjahr fit, gesund und glücklich sind“, angeblich werden diese auch für die Outdoor-Hochzeitsmesse mit Bauten gesucht, „die leicht zerlegbar“ und zum Übernachten in der Natur geeignet sind.
08. Der Weltrekord im Simultanküssen im CineStar zur Premiere von Fame ist gescheitert. Angeblich ist der Versuch dadurch schiefgegangen, dass von den anvisierten 7500 Pärchen, die sich bundesweit in den Kinosälen vor der Neuverfilmung von Fame küssen sollten, 350 sich nicht über die Größe des Popcorns einigen konnten, 750 noch damit beschäftigt waren, einen Parkplatz zu suchen und der Rest die Filmpremiere des verrissenen ReReMakes eher als Drohung verstanden. Kurz vor Weihnachten gibt es übrigens wieder einen Rekordanlauf – zur Premiere von Saw 16 werden die lautesten Schnarcher gesucht, die wie Kettensägen klingen.
07. Innovation! – die erste Rentner-Rallye durch Altenheime und Begegnungsstätten fand statt! Die junggebliebenen „Best Ager“ sollten die Senioren-Einrichtungen kennen lernen. Doch die Enttäuschung – anstatt im Stadtpark “Lieder mit irrem Sound” zu spielen oder mit dem Motorrad durch die Gegend zu fahren, spielten sie Bingo und machten Gedächtnistrainings. Udo Jürgens hat bereits angekündigt den Titel seines legendären Lieds zu ändern in: „Mit 66 Jahren fängt das Leben an, außer in Chemnitz“.
06. Die besten Taxifahrer kommen aus Chemnitz, ihre als Fahrzeuge genutzten „Püschos“ sind jedoch eher mittelmäßig. Trotzdem reicht das für den fünften Platz in der Gesamtwertung, denn der ADAC hat überraschend herausgefunden: „Ob eine Taxifahrt gut ist oder schlecht, hängt vor allem vom Fahrer ab.“ Bei der einen Testfahrt habe das Chemnitzer Taxi vor allem durch die gehäkelte Klopapierverkleidung und den niedlichen Dackel auf der Hutablage gepunktet, den wohl eine Oma Best-Ager dort vergessen hat.
05. Heute wieder nichts zu tun? Stehen wir mal Schlange bei der Grippeimpfung, da vergeht die Langeweile und vielleicht nimmt man auch noch die eine oder andere Krankheit aus dem Wartezimmer mit. An der TU finden keine Impfungen statt, aber dafür wurden innovative Luftreiniger installiert, die am Sauerstoffgehalt der Luft ausrechnen, wie viele Studenten schon eingeschlafen sind während der Vorlesung. Die Viren, denen man an den Kragen will, dagegen denken sich: “Das macht uns doch nichts aus” und verstecken sich einfach in der täglich vollgestopften Buslinie 51.
04. Während im Stadtbad eine Kassiererin durch kreatives Zählen bekannt geworden ist, hat die Stadt 3000 Jahre nach der Erfindung der Grundrechenarten und 300 Jahre nach dem Werk von Adam Ries eine neue Formel zur Berechnung der 11 gefunden. Demnach ergibt 1+1 bereits 11. Die Möglichkeiten in der Raumfahrt, den Kernwissenschaften und dem Erbsenzählen scheinen unbegrenzt. Sollte Chemnitz den Titel Stadt der Wissenschaft gewinnen, wurden bereits neue Formeln angekündigt, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. „Ihr werdet staunen!“
03. Wie man positiv eine Mitteilung über den „Rückbau von Wohnsubstanz“ schreibt, zeigt uns die Pressestelle der Stadt. Unter der Überschrift “Augustusburger Straße wird weiter begrünt” vermeldet sie mit dieser “Rückbaumaßnahme” die Vollendung eines 40-jährigen Plans: “Der seit den 1970er Jahren konsequent entwickelte Grünzug Augustusburger Straße wird damit weiter vervollkommnet.” Ebenso ambitioniert wie diese euphemistischen Konstruktionen sind die technischen und architektonischen Details der Wiesenerstellung. Denn mit der „Fertigstellung des Grünzugs“ am Jahresende werden uns vollkommen neue Flachdimensionen begegnen, wie sie uns sonst überall mit ihrem Formenreichtum überraschen. Nur gut, dass wir das Wort „Abriss“ vermieden haben.
02. Der Gewinner des Fotowettbewerbs “Erzähl von deiner Stadt” ist…. *trommelwirbel* …Photoshop. Oder war es gar Gimp? Ihr wollt auch bei einem Preisausschreiben gewinnen? Die Anleitung dafür gibt es hier. Doch Vorsicht! Klont euch nicht mehr als drei Mal, alles andere wäre zu innovativ, könnte die Jury verunsichern und würde eure Gewinnaussichten drastisch senken!
01. Das Leben Die Stadt Chemnitz ist eine Baustelle und erstrahlt im Disco-Licht der Ampeln. Im Oktober wurden Straßen erneuert, Brücken abgetragen und wieder errichtet, Häuser abgerissen, Einbahnstraßen eingerichtet und Grashalme angepflanzt. Buhmänner sind die Bauarbeiter, die sich in ihrer Verzweiflung schon bei improvisierten Selbsthilfegruppen in Wartehäuschen treffen.













dem 02. punkt kann ich nur zustimmen, jurys scheinen sich durch das mehrmalige auftauchen einer person in einem bild, mächtig beeindrucken zu lassen. hat ja beim fotowettberwerb der Stadtbibliothek auch geklappt:
http://www.flickr.com/photos/patrickschulze/3617149567/
ach und 05. kommt mir ein wenig bekannt vor;)
http://verbrenndichnicht.blogspot.com/2009/10/aller-anfang-ist.html
liebste grüße meine lieben!
Hey Susanne,
Ja, 02. spielt auf deine Verlinkung an. Ich kenne mich zwar nicht wirklich mit Fotografie aus und mache selbst nur Schnappschüsse, aber muss hinzufügen, dass das Bild von Patrick technisch doch um einiges besser gelungen ist und es gerechtfertigt war, dass er gewonnen hat. Es ist allerdings extrem langweilig, wenn eine Jury bei einem erneuten Wettbewerb ein paar Wochen später schon wieder ein ähnlich gemachtes Foto gewinnen lässt, welches, was die Qualität angeht, ja schon diskutiert wurde.
Ich geb’s ja zu, 05. ist nicht wirklich kreativ, den Spruch hat man diesen Monat überall zu dem Thema gehört.
Da waren wir sicher nicht allein mit unserem Gedanken, wird also auch noch anderen bekannt vorkommen, denn es war logischerweise irgendwie der erste Gedanke von jedem, der jemals mit der 51 gefahren ist.
Es passt aber auch zu gut!
Übrigens bin ich nach einigen Malen Gruppenkuscheln mit schniefenden und hustenden Mitfahrern aufs Fahrrad umgestiegen.na da will ich mich doch mal zu wort melden. erstmal danke ans chosy team das ihr voll hinter mir steht und meine technische qualität lobt.
aber nun im ernst, ich finde es auch öde was da als gewinner ausgwählt wurde. aus sicht eines fotofreaks muss ich sagen das ein paar grandiose bilder dabei waren. das s/w foto z.b. vom springbrunnen ist sehr sehr gut und aus fotografischer sicht einfach genial. und auch andere haben tolle arbeiten abgeliefert.
nun ist es ja bei solchen fotowettbewerben wo jeder abstimmen kann meist so das fotos mit niedlichkeitsfaktor oder wo irgend ein lusstiger schnappschuss drauf ist höher in der gunst stehen. das ist bei fotografen bekannt und auch nicht weiter schlimm. auch desswegen hab ich diesmal nicht mit daran teilgenommen. das aber eine jury sich dann ausgerechnet für dieses bild entscheidet fand ich seltsam. es zeigt nichts von unserer stadt so wie sie ist oder wie wir sie uns wünschen. und es hat auch keinen besonders hohen fotografischen wert.
nun zu meinem “werk” in der stadtbibliothek. ihr werdets mir nicht glauben und eigentlich sollte man das als gewinner nicht so sagen aber mein bild geviel mir überhaubt nicht und ich war erstaunt das eine jury in der auch fotografen dabei waren sich für mein bild entschieden haben.
peggy, meine freundin arbeitete dort und wir wussten das der wettbewerb schleppend anlief. aus angst das am ende zu wenig teilnehmer dabei sein könnten liesen wir uns überreden auch ein paar bilder zu machen. peggy machte ein paar richtig schöne von mir und ich ein paar von peggy. alle in der vitacenterbibliothek. schon allein von diesen bildern gevielen mir mehrere besonders gut. ( http://www.flickr.com/photos/patrickschulze/sets/72157619612474183/ )
nun meinte peggy aber das wir noch eins brauchen aus der tietz bibliothek. also machte ich noch schnell dieses treppenbild. man kann gut erkennen das ich mir an manchen stellen nicht wirklich viel mühe gemacht habe. auch die fernbedienung ist überall zu sehen. und ich hätte nicht im entferntesten gedacht das dieses bild gewinnt. wie gesagt, ich hab mir alle teilnehmer angeschaut und es waren unter vielen einfachen schnappschüssen auch sehr tolle arbeiten dabei.
aber ok, dieser einfache fototrick mit dem verdoppeln scheint halt bei den menschen anzukommen. das muss ich nun auch verwundert feststellen. eben so wie im kino, wer das meiste geld in tolle film efekte steckt bekommt das meiste puplikum. wirklich gute cineastiche werke müssen leider im kleinen clubkino siegmar gezeigt werden.
und um da gleich wieder anzuknüpfen … dort sind immer wieder wirklich wunderschöne fotos ausgestellt. und dort kann man auch fotografieren lernen. die haben dort nämlich eine kleine fotowerkstatt.
und wers mal selber probieren will mit dem klonen …. http://www.youtube.com/watch?v=OdsFAt1VNTg
Willkommen zu so später Stunde!
Danke für deine Erläuterungen, einiges hatte ich schon bei Flickr nachgelesen …du plauderst aber ganz schön aus dem Nähkästchen.
Ich stimme dir da zu, das mit dem Springbrunnen hat mir auch sehr gut gefallen und es gab wirklich viele andere ansprechende Fotos beim Wettbewerb, die eben nicht nur Gewöhnliches wie den Roten Turm in allen Witterungen, sondern auch nicht alltägliche Szenerien festgehalten haben.
Unter “hier” bei 02. war übrigens schon das genau gleiche YouTube-Video verlinkt.
[...] in Chemnitz ist für viele anhand leerstehender Gründerzeithäuser und der “Entstehung neuer Grünzüge” greifbar, immer wieder kommt auch die Zukunftsfrage der großen Neubaugebiete auf. Mehrere [...]
[...] in seiner Lücke schon heimisch geworden. Zuletzt diente es als Kulisse für das Gewinnermotiv des Fotowettbewerbs der Stadt. Das Objekt – “Innen-Außen-Raum” am Uferpark scheint hingegen an den [...]
[...] die Innenstadt, nach Ansicht mancher Jugendlicher, erfolgreich beruhigt wurde, sind nun die noch ausreichend grün verdichteten Stadtteile ins Visier der Stadtberuhiger gekommen. Ihr Mittel ist der Flüsterasphalt. Ein Bitumen mit [...]
[...] nicht Stadt der Wissenschaft 2011. Kritiker behaupten, dass die Formel „1 + 1 = 11“ doch keine neuen Möglichkeiten in der Raumfahrt, den Kernwissenschaften und dem Erbsenzählen auftun. Schlimmer noch: die Formel könnte sogar [...]
[...] “Augustusburger Straße wird weiter begrünt” hatte es die Pressestelle der Stadt im Oktober 2009 mit enormer Kreativität in der Vermeidung des A-Wortes in unsere Top 10 der Halbwahnsinnigkeiten [...]
[...] eine neue Kontaktmöglichkeit suchen: die CVAG setzt mehr Busse auf ihrer Studentenlinie ein. Auch die Viren tragen ihr kleines [...]
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