Die Stadt schließen?
Der Dresdner Journalist Stefan Locke hat für die FAZ das Experimentelle Karree besucht und berichtet in seinem Artikel “Das muss alles seine Ordnung haben” über die Existenzprobleme des Projekts. Zu Wort kommen neben den Initiatoren auch die GGG, welche dem Verein die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Vom Sprecher der Wohnungsbaugesellschaft kommt auch die Überschrift, bezüglich ihrer Sanierungspläne rechtfertigt er die Kündigung der Räumlichkeiten.
Vor dem Hintergrund der Abwanderung sieht Locke vor allem das Potential für die Stadt, über die Einbindung des ExKa in den Stadtteil schreibt er:
Das sehen selbst die anfangs skeptischen Nachbarn so. Im Frühjahr gingen die Macher mit ihren Ideen auf die Straße, nannten das ganze „Experimenteller Bürgersteig“ und luden die Anwohner ein. Mehr als 400 Leute kamen, darunter auch Rentner und Familien. [mehr]
In den Kommentaren zum Artikel äußern sich die FAZ-Leser kritisch, einer schreibt sogar: “Lieber die Abwanderung noch unterstützen und die Stadt schließen”.











Die FAZ hat in Sachen Usability auch nichts gelernt – sich anmelden müssen, um einen Kommentar zu hinterlassen ist abschreckend.
Bevor sie sich die Mühe machen den Rest des Kommentars zu lesen, empfehle ich die Lektüre der Kommentare zum FAZ-Artikel.
Nun also hier ein Metaartikel-Artikel-Kommentar-Kommentar (zu Andreas Norekeit, Ingo Scheller und Christian Schneider):
Als die Stadt und später die GGG mit dem Stadtumbau begannen, konnten Sie nicht absehen, ob die Maßnahmen sich als gut oder schlecht heraußstellen würden. Es gab einfach noch keine Erfahrungen auf diesem Gebiet.
Mitlerweile gibt es 2 antagonistische Lager, die den Erfolg dieser Umbaumaßnahmen folglich sehr gegensätzlich beurteilen.
Erfahrungen mit einem Experimentellen Karee gibt es genausowenig, wie es damals Erfahrungen zum Umgang mit dem Einwohnerschwund gab. Nur wird hier ein Projekt von vornherein abgebügelt, ohne überhaupt die Chance auf ein mögliches Gelingen zu erhalten.
Abschreiber
@KInside:
…da liegst du falsch, das stand tagesaktuell gestern schon bei GoogleNews und bei Twitter hast du heute einen Tag verspätet nur den Link gepostet, welcher nicht besonders viel “Abschreibepotential” bietet.
Wir sind mit dem Artikel spät dran, da wir noch in Feiertagslaune und schreibmüde sind.
Das wird auch noch ne Weile andauern.„Abgesehen von ein paar Yuppie-Clubs im Zentrum gibt es in Chemnitz keine attraktive Jugendkultur“, sagt Intelmann. Es existiert keine Szene, geschweige denn ein Szeneviertel.”
Tut mir Leid, aber das sind genau die Art von Sprüchen, die mich persönlich den Machern mit, sagen wir, wohlwollender aber skeptischer Distanz gegenüberstehen lassen.
Mit starken Sprüche auf Kosten der vielen, die seit ewigen Zeiten auch in der alternativen Kultur der Stadt arbeiten, macht man sich da keine Freunde, wo sie eigentlich leicht zu finden sein sollten.
Wozu braucht man denn für ein ExKa unbedingt die GGG? Es gibt doch genügend andere leerstehende Objekte. Vielleicht würde ja ein privater Hausbesitzer ein ungenutztes Gebäude zur Verfügung stellen, bevor es weiter verfällt.
Kleines Dementi am Rande: wer sich am “Yuppie-club” erzürnt, sollte wissen, dass so etwas grundsätzlich zur Pointierung der Aussage seitens des Journalisten herangezogen wird. Da ich beim Interview dabei war, ist auszuschliessen, dass so etwas gesagt wurde. Eine Beleidigung anderer Kulturschaffender ist nicht vorgesehen, ebensowenig, wie sich die Reitbahnstrasse in Konkurrenz zu jemandem sähe. Die Aussage sollte offensichtlich zugespitzt werden auf: Nichts geht mehr, die Stadt ist verloren. Dass dabei das Engagement anderer geringgeschätzt wird, wird dabei einer Darlegung der Komplexität der Zustände vorgezogen.
Sorry, kulturschaffende, aber wir bleiben Freunde.
[...] ein paar Tagen verwiesen wir auf einen Artikel in der FAZ über das ExKa. Vorgestern war durch die Lokalpresse zu vernehmen, dass die GGG dem Verein [...]
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