Chemnitz im Dezember 2009
Der Dezember war wie immer viel zu schnell vorbei, für manche erschienen insbesondere die Tage vor Weihnachten eher einem Einkaufscountdown zu entsprechen. Trotzdem haben die Damen und Herren von Redaktionen, Behörden und der angeschlossenen Anstalten ihre grauen Zellen auch diesen Monat aufs Neue angestrengt, um uns mit neuen Skurrilitäten und Absonderlichkeiten zu versorgen: das sind die Top 10 der Ereignisse im Dezember, die niemand verpassen sollte.
10. Die Neigetechnik hat über Jahre hinweg Bahnreisende nach Leipzig in die Kurven gelegt. Nachdem der Hersteller ein vollkommen neues Modell konstruierte und bei diesem neuen Triebwagen die Radreifen ausgetauscht wurden, stehen die Reisenden fünf Jahre nach Einführung wieder vor gravierenden zeitlichen Verzögerungen: die Fahrt verlängert sich um drei bzw. fünf Minuten.
09. Sämtliche Polizisten-Witze müssen umgeschrieben werden – die neuen Dienstuniformen sind nun auch bald in Chemnitz stahlblau! Die aller vierzig Jahre erscheinende Modezeitschrift „Uniform“ hat blau als neue Trendfarbe der nächsten Jahrzehnte ausgemacht, nachdem der Wechsel in den 70er Jahren von blau auf grün doch etwas zu eilig war.
08. Neues Marktpflaster wurde getestet (25 Tsd. Euro), wegen Fördermittelrückzahlungen verworfen. Die Lösung für die verlaufene Geschichte – es sollen Gehstreifen angelegt werden. Auch nicht mit dem von 1500 Chemnitzern im Test favorisierten Pflaster, sondern mit anderem, da die Testpflaster laut MoPo „nicht den Stand der Technik entsprechen“.
07. Zwei sprachgewaltige Chemnitzer fordern das “C” in der DIN 5009 bzw. im Nato-Alphabet anstatt mit dem Cäsar/Charlie mit unserem Stadtnamen zu übertragen. Berlin hat an der Idee Gefallen gefunden und fordert naheliegend das H wie Hauptstadt mit ihrer Stadt zu übermitteln, ab 1. Januar gilt also “H” wie “Berlin” und “C” wie Kemnitz ähm Schemnitz.
06. Kein Entsetzen unter den Helbersdorf-Einwohnern: der Planungsausschuss hat den Bau eines Kauflandes abgelehnt. Nun müssen die Bürger weiterhin für Markentaschentücher und Südfrüchte in den Westen der Stadt fahren. Viele wissen nicht, wie sie die 4500 m Entfernung oder 7 min. Fahrzeit zum entfernten Markt der gleichen Kette überwinden sollen. Die Feierlichkeit zum etwa 100. Supermarkt in der Stadt werden verlegt, spätestens jedoch auf das Frühjahr.
05. Ein absonderliches Verbrechen hat sich in Chemnitz ereignet, wie wir aus dem Polizeibericht erfuhren. Demnach zog sich eine tiefrote Blutspur von der Wohnhaustür bis unter die Kellertreppe eines Hauses. Dort bot sich den Beamten in grüner Uniform ein abscheuliches Bild – ein Becher Eiersalat mir roter Beete war ausgelaufen.
04. Laut MoPo hat Baubürgermeisterin Wesseler „Pannen-Petra“ etwas zu viel Geld für ein Architekten-Honorar einer Schulsanierung eingeplant. Wie wäre es die 58 Tsd. Euro nun, wie schon beim Behindertenparkplatzamtshilfenstreitfall, an einen Verein zu spenden.
03. Falls bei euch ein Forscher anruft und fragt „Wie stellen Sie sich die Zukunft mit dem Partner vor? Wie aktiv sind sie im Schlafzimmer?“ dann antwortet einfach, wie die SZ im zweiten Artikel zum Thema unter der Überschrift „Warum lügen Frauen bei Fragen über Liebe, Sex und Schuhe?“ darlegt – also prahlend und den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend. Die Uni-Forscher werden euch die konventionellen Antworten danken, wissen sie doch das Ergebnis ihrer Studie schon vorher.
02. Nachdem Waldi schon eine Hundewiese bekam, die letztlich sogar gemäht wurde, ist der Leinenzwang weiter Streitthema. Zwei Frauen machten im Stadtrat die Eingabe, dass ihre Vierbeiner mit dem Schild um den Hals „der tut nichts“ frei herumlaufen dürfen. Die Entscheidung wurde vertagt. Dafür wird es im Januar wieder mal eine Umfrage der Stadt geben – diesmal zum “Sicherheitsgefühl der Chemnitzer”. Darin werden die Bürger u.a. zum Leinenzwang befragt. Die Ergebnisse sollen in die Überarbeitung der Polizeiverordnung einfließen. Wir warten nun auf den neuen Titel: “Chemnitz – die Stadt der Umfragen”.
01. Wir waren Weihnachtsmarkt! Chemnitz hatte laut der behördlichen Sendeanstalt die beste Budenansammlung im ganzen Freistaat. Die Tester fanden in Chemnitz nicht nur die fetteste Roster und den billigsten Glühwein, sondern waren auch von den breiten Gassen beeindruckt. Wir warten schon auf den Ostertest (Die längsten Löffel aus Chemnitz?) oder den Test zum Wochenmarkt (Wo gibt’s die größten Schlüpfer?).
Auf ein neues Jahr mit neuen Monatsrückblicken! Prost!




















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