Chemnitz im Juni 2010
C-h-e-m-n-i-t-z, diese acht Buchstaben schleppen manche Bedeutung mit sich herum. Klar, steinerner Fluss (gähn) oder etwa die „Stadt der Moderne“ (na klar) könnten sie bestimmen. Doch für seine Einwohner liegt die Häuseranreihung meistens irgendwo zwischen daheim, dem Schnitzel zwischendurch und „auf Arbeit“. Willst du mehr erfahren, musst du auf die Nachbarn hinterm Wald hören. Denn für die Sandsteinverehrer z.B. ist sie ein putziges Gebilde irgendwo zwischen Aber- und Wahnwitz. Mit einem Dank an ihre kritische Distanz kommt hier der 15. satirische Monatsrückblick direkt aus der sächsischen Hauptstadt der Watchblogs. Hier sind die zehn irrsten Ereignisse aus Medien und den Ställen der Amtsschimmel im Juni 2010 in Chemnitz. Los geht’s:
10. In unserer alternden Stadt Gesellschaft breitet sich Vergesslichkeit immer mehr aus. Die Chemnitzer Sparkasse hat bei ihren neuen Touch-Screen-Geldautomaten nicht auf die Bedienbarkeit für Blinde geachtet. Die Nachrüstung dauert noch. Falls es nicht vergessen wird, gehört auch ein Geheimzahlratesystem zu einem der nachgerüsteten Features.
09. Chemnitz wird eher selten in der überregionalen Presse gewürdigt. Dafür musste schon ein Vulkan vor 290 Mio. Jahren ausbrechen, um das Fossil des Jahres 2010 zu erschaffen (mal davon abgesehen, dass es vor zwei Wochen das orakelnde Flusspferd Petty bis in die Financial Times schaffte). Es reicht aber auch für einen Artikel in der Welt, wenn eine Rentnerin auf dem Heimweg aus der Frankfurter Innenstadt in das nahe Heim im Taunus ausversehen 1000 km Umweg fährt und in Chemnitz strandet. Der Charme der Stadt spricht sich anscheinend herum.
08. Ein neuer Supermarkt der Generationen wurde eröffnet. Die ard hatte bereits über den im Flemming-Gebiet vor drei Jahren eröffneten Markt treffend geschrieben, dass der generationale Plural total gerechtfertig sei: „Denn die Senioren stehen zwar im Fokus, aber auch Familien sollen sich beim Einkauf wohl fühlen.“ Entsprechend gibt es im Markt übergroße Displays, Notrufknöpfe und allerhand anderes Spielgerät für die Jugend von gestern. Bei so viel Spaß braucht man doch gar keine Angst mehr vorm Alter zu haben.
07. Eine nun ausgewertete Studie bestätigt: viele Chemnitzer kennen mittlerweile den Spruch „Stadt der Moderne“, fühlen sich von ihm aber weder verzaubert noch geistig inspiriert. Diejenigen, die den Slogan von Chemnitz vollkommen Scheiße fanden, meinten bei der Umfrage äußerst erschlagen in Andenken an Döblins Biberkopf: „Ey, was willst du von mir – ich habs eilig!“
06. Der Chemnitzer Tierpark hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiere danach zu befragen, ob die deutsche Fußballnationalmannschaft genug Tore schießt, um sich Weltmeister nennen zu dürfen. Bisher fanden die Tiere diesen Sport jedoch so dümmlich, dass sie stets absichtlich das falsche Ergebnis prognostizierten. Das Stachelschwein erniedrigte sich letztlich doch, ein Interview zu geben und meinte: „Ihr Menschen seid doch echt sau-doof.“
05. Prüfungszeit an der TU Chemnitz! Durchfallen kann sich kein Praktikant von morgen leisten. Da kann es schon helfen, wenn man mit der Krone des Campusboy bzw. Campusgirl beim Prof. erscheint, um ein paar Punkte hier und da mehr zu erbetteln. Die schönsten TU Studenten wurden am Uferstrand ermittelt und dürfen sich auf eine Karriere als Internet-Mumie freuen. Lieber Michael H. und liebe Khadiga A. – die Personalverantwortlichen von morgen googlen mit.
04. Skandale gehören zum Sport wie Bier zum Fußball. So ist in der Kreisliga zwischen Viktoria Einsiedel und dem BSC Rapid Chemnitz II manipuliert worden. Die Mannschaft aus dem Bierdorf hatte mit zwei Fässern und 150 Euro den 9:2 Sieg erkauft, nur ein 1:0 Sieg gegen Klaffenbach trennte die Mannschaft nunmehr vom erträumten Aufstieg. Ironie der Geschichte: dank der Intervention des Fußballgottes verloren sie 0:4 im entscheidenden Spiel.
03. Die Chemnitzer Industriemesse SIT war ein halbvoller Erfolg. Tatsächlich sind nicht weniger Besucher gekommen, sondern sogar zehn Prozent mehr. 189 Unternehmen präsentierten sich den 3700 Besuchern bzw. den 20 Besuchern pro Stand. Yeah!
02. Die Hartmannbrücke wird bald weitergebaut. Nach einem Vierteljahr Baustopp wird gleich doppelt gebaggert – das einsturzgefährdete und stadtbildverstörende Haus wird abgerissen und die Querung über den Fluss fertig betoniert. Damit in Zukunft derartige Fehler nicht wieder passieren, sollen vor dem Bau von Straßen und Brücken die nahe liegenden Häuser entfernt werden. Die Wohungsgenossenschaften haben bereits Bedarf für Brücken auf der Zietenstraße, der Claus-, Salz- und Flemmingstraße angekündigt.
01. Immer wenn die Stadt sparen möchte, gibt es Betroffene. Bei einem Sparvolumen von 50 Mio. Euro gibt es davon einige. So ist das Freibad Bernsdorf von der Trockenlegung betroffen. Gerade mitten im Hochsommer ist dies eine populäre Ankündigung. Die Entscheidung wird jedoch erst im September fallen, wenn es kaum mehr interessiert.












Gratulation zum Foto, sehr lustig.
[...] Der satirische Monatsrückblick für Chemnitz im Juni 2010 | Chosy [...]
Foto ist witzig, Text ist grammatisch und vom Ausdruck her eher schlecht als recht (und da meine ich nicht die absichtlichen Fehler!)
Naja, wir haben deine Eingabe an die mittlere Sprachbehörde weitergeleitet. Von dort erwarten wir mit dir zusammen in Kürze eine doppelplusungute Strafe für den frevelhaften Autor und seine Grammatikverbrechen. Bis es soweit ist, empfehlen wir dir unseren Abobereich aufzusuchen, wo es täglich frische Sprachglossen von Profis wie Peter Panter und Äsops Kamel über die Chemnitzer Verhältnisse gibt. Das hier ist bekanntlich nur ein Blog, wie das der Name ganz oben sagt: “Ein Königreich für einen Titel!”
[...] Chemnitz im Juni 2010 – Alles Fußball Die Top 10 Ereignisse in Chemnitz im Juni 2010 [...]
[...] Aufruhr. Das Freibad Bernsdorf freut sich auf die neue Saison besonders, war es doch im vergangenen Juni 2010 als “Opfer” der Sparpläne der Stadt in der Diskussion. Eine Unterschriftenaktion und [...]
Kommentar hinterlassen
Cosy + Chemnitz = Chosy
Das erste trendige Gutscheinbuch für Chemnitz, d.h. ihr könnt in die 74 angesagtesten Freizeiteinrichtungen (Restaurants, Bars, Cafés, Clubs, Museen, Shops, Sport) gehen und mit unseren Gutscheinen dabei bis 100 Prozent sparen. Mit Klick aufs Bild gelangt ihr zur Homepage.
Oder bestellt das Buch bei Amazon.de:Chosy Gutscheinbuch Chemnitz 2012
Vernetze dich mit uns
Finde uns auf Facebook
Archiv
Kategorien
Chemnitz Gutscheine
Essen und Trinken- aaltra
- Bak Bread
- Brazil
- buono
- café-contor
- Café Moskau
- Café Suppkultur
- Café Südeck
- difranco
- Diebels-Fasskeller
- Fasskeller Café
- delicate
- Delphi
- DON
- Esperanto
- EXIL
- Freddy Fresh
- Fresh & Flavour
- Flowerpower
- henrics
- Karls Brauhaus
- KaffeeSatz
- Kitans Eiscafé
- Larry´s Irish Pub
- Malula
- Maroon
- Miramar
- Puszta Csárda
- Schlossvorwerk
- Schnitzelkontor
- Sissi
- Sushi-Bar
- Suppkultur Campus
- Tillmann's
- Türmer
- Turmbrauhaus
- Uferstrand + Citybeach
- Viva Mamajoes
Kunst und Kultur- Fahrzeugmuseum
- Fritz Theater
- Industriemuseum
- Kunstsammlungen
- Sachsenmeyer Kabarett
- Schauspielhaus Chemnitz
- Opernhaus Chemnitz
Nachtleben- Atomino
- Brauclub
- N:Dorphin Club
- Sanitätsstelle
- Südbahnhof
- Weltecho
Freizeit und Kultur- Arthur
- Billardcafé Magic
- Bootsverleih am Schlossteich
- Boulderlounge
- Clubkino Siegmar
- Copy Shop Kettler
- Eissportzentrum
- Fitbox
- 1A Autoservice Hinkel
- Haarstudio Klück
- lichtzelt Fotografie
- Made by You
- Nashville Print
- Powerhall
- Sonnenkönig
- Stadtführung
- Tanzfabrik
- Tuina-Massage
- Vita Bowling
- Weltecho Kino
Letzte Artikel
Letzte Kommentare
Zufallsbild
Schlagwörter
Lesezeichen