Die Medienwelt ganz nah
Die internationale Medienwelt ganz nah – oder zumindest nur 20 km entfernt. Beim 14. Medienforum Mittweida hatten die Studenten der HTWM nicht nur spannende Themen ins Drehbuch geschrieben, sondern auch die Stühle mit prominenten Akteuren wie Nina Ruge, Peter Kloeppel, Cherno Jobatey und Andreas Türk besetzt. An drei Tagen diskutierten die Referenten über alles, was Schrift, Bild und Ton hat.
Die amtliche Verkündigung von Katastrophen, Todesfällen und Lottovorhersagen in den ARD-Nachrichten vs. bunte Panoramameldungen der Sendung RTL Aktuell – am Montag lautete das Thema der Elefantenrunde “Qualitätsjournalismus ist out”. Neben Kloeppel und Ruge war auch Volker Herres, Programmdirektor vom Ersten, zugegen. Versäumnisse der Medien in aktuellen Debatten und Zwänge durch Werbefinanzierung kamen zur Sprache. Highlight am Dienstag war die Runde zu neuen Formaten im Fernsehen: Nach der Tagesschau kommt der Tatort. Am Vorabend lief Wetten Dass und Programmschluss ist um Mitternacht. Diese alte Fernsehzeit wirkt im Blogzeitalter wie der Stummfilm aus Sichtweise der heutigen Kinogänger: laaaangweilig. Damit es etwas spannender wurde, suchten Bauern sich Frauen und D-Promis im Dschungel nach Aufmerksamkeit. Was in der Zukunft kommen mag, ob man sich allein daran orientiert, was die Sofabesetzer sehen wollen oder doch mit Mut einen Anspruch transportiert, darüber waren sich Katrin Löschburg (Produzentin Bauer sucht Frau), Andreas Türck und die anderen Gäste nicht einig.
Der selbst durch ein mittlerweile überkommenes Format bekannt gewordene Andreas Türck setzt zumindest auf die Integration der Interaktionsmöglichkeiten des Mitmach-Webs. Der Ex-Talkshow-Moderator hat bereits einen Wiederholungsbesuch in Mittweida angekündigt. Denn wie bei solchen Diskussionen üblich, gibt es noch so viel zu sagen.
Und wer die Medienwelt selbst noch etwas näher erleben möchte als in Mittweida, hat dazu bei den Studentischen Medientagen 2011 (09. & 10. April) die Gelegenheit in Chemnitz.




















Ob nun inszenierte Exklusivität oder einfach wirklich keine größeren Räume: Der Platzmangel beim Medienforum war, wie letztes Jahr, der Wermutstropfen der Veranstaltung (neben der Tatsache, dass die Verpflegung – im Gegensatz zu der bei den SMC – kostenpflichtig war, trotz Eintritt).
Darüberhinaus war es eine wirklich hervorragend durchorganisierter, hochwertiger Medienkongress und in vielerlei Hinsicht der “Seismopgraph der Medienlandschaft”. Spannend fand ich persönlich den Vortrag von Prof. Speck über “Identität und Gemeinschaft”, bei dem ein recht düsteres Bild unserer neuen digitalen Welt gezeichnet wurde. Unser Konzept von “Vergessen” könne man diesbezüglich in Zukunft vergessen …
Selbstverständlich waren wir von den SMC auch in eigener Mission unterwegs, da wir ja demnächst auch auf die Suche nach Referenten gehen, die zum Thema “Einstudieren. Aufpolieren. Zelebrieren. – Dimensionen medialer Inszenierung” eine passende Abschlussarbeit oder ein aktuelles Forschungsprojekt vorstellen möchten (weitere Infos: http://www.medientage-chemnitz.de).
Auf meine Anfrage hin bei Prof. Speck, ob er seinen Studenten in Kaiserslautern “mal von den Medientagen in Chemnitz erzählen kann”, antwortete er sinngemäß, dass ich mir keine großen Hoffnungen machen soll, dass Referenten aus Kaiserslautern nach Chemnitz kommen (weil die Reise umgekehrt wohl auch nicht so oft gemacht würde) …
Doch zurück zum Medienforum: Interessant fand ich auch den Vortrag von Tino Kreßner von der MedienWG bzw. Startnext, einer Crowdfunding-Plattform zur gemeinschaftlichen Finanzierung von Kunst- und Kulturprojekten. Sicherlich auch für Chemnitzer Kulturveranstaltungen eine zukünftige Finanzierungsmöglichkeit.
Fragwürdig hingegen war der Vortrag eines Vertreters der Öffentlich-Rechtlichen, der eine sehr seltsame Mediennutzer-Typologie 2.0 vorstellte. Darin fand man die Nutzergruppen “Junge Wilde” und “Zielstrebige Trendsetter”. “Holzschnittartig” ist dabei sehr höflich formuliert.
Alles in allem hab ich da viele Inspirationen sammeln können.:-)
[...] Medienforum Mittweida haben wir und viele andere Besucher auch, einen freien Zugang zum WLAN vermisst. Wird es freies [...]
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