Kultur mit K
Kultur in Chemnitz – trifft sie auf Verständnis und Nachfrage? Eine Stadt, die sich neckig freut, einst verrust gewesen zu sein. Eine Stadt, deren Geschichte irgendwie für viele schon geschrieben ist. Eine Stadt, in der jene altehrwürdige Rußschwärze von einer geduckten Presse aufs tägliche aus jedem Letter stinkt, deren Kulturteil auf die Sonderposten bei Aldi und Co. hinweist? Hartnäckig hält sich das Gerücht über fehlende Angebote. Scheiß auf die Kritiker, dachte sich das Ensemble Schwarz wohl gerade deshalb und veranstaltete ein kulturelles Happening. Ein etwas altmodischer Begriff aus den 90ern, aber gerade dies scheint beabsichtigt. Es gab vollkommen neue Dinge zu kaufen, wie etwa Wasser in Flaschen, Wasser in Gurken für 29 Cent (anstatt 35 Cent), Gurken in Wasser und so Zeugs.
Eine Bildunterschrift an dieser Stelle weist auf das Motto der LIDL Neueröffnung in Chemnitz hin: Kaufen macht geizig! Unter der Bildunterschrift zeigt eine fremde Verwendung einen Kulturkorb, die auch nicht anders kann:

























Lidl-Neueröffnung? Und das erfahre ich erst jetzt? Wo denn?
Die Neueröffnung war auf der Zschopauer und selbst Luft war nicht am Stück durch die Kasse zu bekommen. Es sei denn man war Rentner und hatte 2 h Stunden Zeit, sich an der Kasse quer bis zum hinteren Ende des Ladens anzustellen. Und keine Angst, die nächste Kaufkultur-Veranstaltung wurde schon auf der Bernsdorfer angekündigt. Dort baut Edeka einen neuen Markt. Achso und auf der Clausstraße gibts ab 19. April nen Penny. Und auf der Limbacher wird in Kürze gebaut. Und auf der Zwickauer in der Union-Fabrik wohl auch bald. Bald wird es nur noch Supermärkte und keine Häuser mehr geben.
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