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Begrüßt die brandneue Beta-Bar am Brühl

9 April 2011 chosycat 6 Kommentare

Als wir vor einem halben Jahr den Brühl querten, begegneten wir gleich zwei Personen. Ein Investor schaute sich im Bestand der GGG nach geeigneten Gebäuden um. Dies tat er, obwohl der Brühl auf einem Chemnitz Monopoly wohl nicht einmal die Badstraße belegen würde. Die Pläne der Stadt für einen Innenstadt-Campus im Zuge der Bewerbung zur Stadt der Wissenschaft beflügelten jedoch die Phantasie. Außerdem begegneten wir Marco Stahn, der eine Location für ein experimentelles Bar-Projekt suchte, das nur für ein halbes Jahr geöffnet sein soll. Ob der Investor erfolgreich war, wissen wir nicht. Erstaunlich schnell ist Marco nicht nur fündig geworden, sondern eröffnet heute auch schon die Beta-Bar am Brühl 24. Hier wird ein Café täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet haben sowie die Bar von Mittwoch bis Freitag. Das Program sieht Lesungen, Musik und ausgefallene Events vor. Im April ist dies z.B. der Chemnitzer 4sqDay 2011 am 16. Weitere Events sind:

13.04.11: The new wine www.myspace.com/newwinemusic
15.04.11: Terror birds http://www.lastfm.de/music/Terror+Bird
16.04.11: Wortscharmützel – Poetry slam
24.04.11: Kohwi www.myspace.com/kohwi
27.04.11: Touchy mob www.myspace.com/touchymob
01.05.11: Kreativstammtisch

Wir haben Marco Stahn auch ein paar Fragen zur Beta-Bar gestellt:

Beta-Bar ist nicht nur eine schöne Alliteration, sondern Konzept. Während andere mit der Eröffnung ihrer Location ein irgendwie fertiges Ergebnis präsentieren, soll die Bar am Brühl immer beta sein. Was heißt das für dich?

Abgeleitet von der BETA-Version aus der Informatik versteht sich die Beta-Bar als öffentlich zugängliche Plattform, die die Möglichkeit eröffnet an der Fertigstellung mit zu arbeiten. Sie bleibt offen für eigene Ideen, kreativen Input und konzeptionelle Weiterführung. Dabei ist sie aber im vollen Umfang funktionabel, da sich ein festes Team um die alltäglichen Abläufe sorgt und diese pflegt und hegt. Natürlich kann die BETA-BAR auch nicht jedem ein zu Hause sein – sie ist also ein offenes Konzept in einer festen Struktur.

Die Beta-Bar ist ein Projekt des Jahr der Wissenschaft. Was denkst du über dieses und welchen Beitrag leistet dazu die Bar?

Im Jahr der Wissenschaft sehe ich vor allem viel Potential Chemnitz als Stadt zu präsentieren, in der viele Studenten leben. Durch die ungünstige Lage in Bernsdorf hat man selten das Gefühl in einer Stadt der Wissenschaft zu sein. Die Bar wird verschiedenste Veranstaltungen bieten, die im weitesten Sinne Pop und Wissenschaftskultur verbinden möchten. So sind Workshops in der Planung, die knifflige Steuerungselemente für den Hausgebrauch attraktiv machen. Wissenschaft für den Heimgebrauch sozusagen. Am ehesten aber möchte sie Anlaufpunkt für Studenten und Interessierte aller Coleur sein. Viele Künstler studieren tagtäglich an Universitäten und sind danach oder am Abend bzw. in der Nacht mit ihren Hobbies beschäftigt, zum Beispiel produzieren sie dann elektronische Musik, verdingen sich als Maler oder programmieren Websites. Hier in der BETA-BAR sollen sie die Möglichkeit haben direkt auf Gleichgesinnte zu treffen und somit praktisch ihr Leben nach der Universität vorbereiten. Vielleicht macht der ein oder andere sein Hobby zum Beruf und sieht sein Studium als sinnvolle Bereicherung für sein Leben.

Popkultur und Subkultur klingt recht anspruchsvoll, ist die Bar auch für den Facharbeiter von nebenan?

Klar! Jeder kann kommen und das Programm für sich entdecken. Die BETA-BAR wird viele Überraschungen kredenzen. Das interessiert sicher auch den ein oder anderen Malocher. Einige darf ich tagtäglich hier beim BETA-AUFBAU begrüßen. Sie hat die Idee hinter der Bar einfach gepackt.

Das Haus, in dem die Beta-Bar eröffnet wird, gehört der GGG, welche ja desöfteren in der Kritik steht. Wie bist du mit ihnen klar gekommen?

Im großen und ganzen sind die Gespräche von Anfang an auf Augenhöhe verlaufen. Somit wussten beide Seiten, worum es geht. Ich gehe davon aus, dass der GGG daran gelegen ist, den Brühl nicht immer als lästiges, nicht vermarktbares Anhängsel mit sich herumzuschleppen und die Zukunftsperspektive des Brühls auch in Einrichtungen wie der BETA-BAR sieht. Ruhige Ecken gibt es in Chemnitz zudem genug. Der Brühl darf da gern eine Ausnahme werden.

Du finanzierst dich auch online übers Crowfunding. Was können die Chemnitzer zur Unterstützung tun, die nicht online sind und für die das eher wie Kartoffelsalat klingt?

Die Crowdfunding Plattform Startnext hat diese Schwachstelle bereits entdeckt und bietet mittlerweile Überweisungsträger an, die man auch an Oma und Opa geben kann 🙂 Aber das Konzept ist ziemlich klar: Gib ein bisschen Geld für ein Projekt, das du magst und für unterstützenswert hältst. Schlussendlich ist die Idee uralt, denn wer hat nicht schon einmal seine Freunde angepumpt um eine geniale Idee in die Tat umsetzen zu können. Über das Internet hat man nun die Möglichkeit viel mehr Leute zu erreichen und muss nicht immer im klammen Freundeskreis betteln, sondern kann auch den Mann oder die Frau von nebenan erreichen.

Wovon machst du abhängig, ob die Bar über ein halbes Jahr weiterleben wird? Was wäre ein geiler Erfolg für dich?

3 Szenarien sind möglich:

1: Die BETA-BAR floppt, dann ist das eine klare Aussage. Für mich persönlich heißt das dann, dass ich Chemnitz verlassen werde, da ich dann nicht mehr gebraucht werde.

2: Die BETA-BAR läuft gut, kann aber am Standort nicht weitergeführt werden, da Wohnumfeld und Kultureinrichtung nicht harmonieren, dann besteht natürlich die Möglichkeit das ganze an einem anderen Ort weiterzuführen. Atomino und Weltecho sind auch in die Innenstadt gezogen und mussten ihre sagenumwogenen Ursprungsorte verlassen.

3: Die BETA-BAR läuft großartig und im Sommer nehmen die Vertragsverhandlung mit der GGG einen positiven Verlauf, dann kann sie am Brühl bleiben und die Zukunft von Chemnitz mit bestimmen.

Wir wünschen Marco Stahn und der Beta-Bar viel Erfolg!

Was? Beta-Bar am Brühl
Wo? Brühl 24
Wann? Eröffnung am 9. April um 18 Uhr, danach tgl. von 14 bis 20 Uhr (Café) sowie Mittwoch bis Samstag (Bar)

6 Kommentare »

  • Edgar Evile via Facebook said:

    wow, es gibt eine hoffnung für chemnitz, BETA-bar ich komme!

  • Edgar Evile via Facebook said:

    hättet noch die facebook-gruppe mit im artikel erwähnen können

  • Christel Pester said:

    Ich habe ja nichts dagegen wenn auf dem Brühl eine Bar eröffnet wird. Aber es gibt auch Anwohner, so wie mich in der Georgstraße 24. Wenn dann die Leute bis weit in die Nacht sich mit ihren Getränken, rauchend, auf der Georgstraße stehend, so daß die Autos ausweichen müssen und vor allem lärmend ( auch bei geschlossenen Fenstern konnte man nicht schlafen)aufhalten, das kann ja wohl nicht sein!
    Die kleine Grünanlage vor dem Haus und das Haus selbst wurde zum urinieren genutzt!!!
    Bitte achten Sie als Betreiber darauf, das solche Gegebenheiten sich nicht wiederholen!
    Mit freundl. Gruß
    Christel Pester

  • Thilo L. said:

    Da in der Bar momentan immer jemand da ist würde ich empfehlen einfach mal runter zu gehen und mit Marco zu reden und den Dialog zu suchen.
    Andererseits kann keiner erwarten dass bei einer Eröffnung alle ruhig in der Ecke stehen. Das Recht rauchend mit Getränken auf der Straße zu stehen hat trotzdem jeder. Toleranz sollte auf beiden Seiten bestehen.

  • Beta-Bar unter Beschuss | Chosy said:

    […] April berichteten wir von der Eröffnung der Beta-Bar. Nur zwei Tage später hatten wir auf diesen Blogbeitrag bereits den ersten Kommentator, der sich […]

  • Chemnitzer Kultursommer am Brühl | Chosy said:

    […] und dem Bandbüro Chemnitz haben seit Mitte Juli dem Verfall den Kampf angesagt. Die Beta Bar wurde als Brühl Barlament eröffnet und Spektrum Brühl steht für großflächige Street-Art und […]

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