Chemnitz im Dezember 2011
Auf den Philipinnen verwechselte im Dezember eine Diözese die Endung .com und .net von tvmaria und anstatt der Amtseinführung des neuen Erzbischofs gab es Pornos für die Gläubigen zu sehen. Überirdisch war auch die NASA-Veröffentlichung von Kepler-22b als erdähnlichster Planet außerhalb des Sonnensystems. Unterirdisch hingegen die Meldungen, die uns aus den Chemnitzer Rathaus- und Pressehöhlen erreichten. Hier sind die Top 10 der seltsamen und doch normalen Meldungen in Monatsrückblick für den Dezember 2011.
10. Platz 10 für Chemnitz
Unter den kräftigsten Städten der Republik belegte Chemnitz den zehnten Platz. Nein, gemeint ist das Dynamik-Ranking des Focus (dýnamis). Nirgends gibt es weniger Hochqualifizierte unter den Beschäftigten als in Chemnitz (letzter Platz), auch Bevölkerungsrückgang und Altersquote sind wie üblich nicht der Grund fürs gute Abschneiden. Aber was bleibt dann noch? War etwa die Band mit K, welche kräftig Werbung für die Stadt macht, wieder ausschlaggebend?
09. Frohe Botschaft
“Sünder” haben es laut MoPo wieder einfacherer – der STAdtliche SIcherheitsdienst hat nur noch 9 statt 21 Mitarbeiter. Kontrollen von zu lauter Musik, wildem Grillen etc. werden seltener. Och.
08. Scheiß Effizienzsteigerung
Im Rathaus gibts 1100 Euro Mitarbeiterprämie für Verbesserungsvorschläge. Der Vorschlag zweilagiges Toilettenpapier anzuschaffen, fiel bei Bürgermeister Runkel allerdings durch (aka fand er Scheiße). Dazu fällt uns nichts mehr ein, lest den MoPo-Artikel bitte selbst zu Ende.
07. Stammgast Lafer
Johann Lafer war schon sehr oft hier im Osten, hier in Chemnitz. So oft war Lafer in Chemnitz, man kann es gar nicht mehr zählen. So oft, dass es eigentlich keine Nachricht mehr wert wäre. Aber naja. So oft jedenfalls, er kenne die Altstadt mit ihrem “tollen renovierten Gebäuden und sehr sehr netten Chemnitzern” ebenso wie unseren Zwinger und das Rote Rathaus. Wir sollten ihn einbürgern.
06. Krimikomödien beliebt
Unsere Chemnitzer Polizisten sind ja ein paar Typen. So richtig ulkig und volksnah. Die Polizei nutzt die humoristische Pressemitteilung mittlerweile fern der Kupferdiebe öfter als das Sachsen-Fernsehen mit der Berichterstattung über Verkehrstote und entführte Mitbürger nachkommt, wie diese Überschrift belegt: “Seit dem 3. Dezember 2011 ist der Weihnachtsmann in Mittweida kopflos.”
05. Es ist Winter und…
Ordnung dominiert die öffentliche Diskussion zu jeder Jahreszeit. Das Rathaus diskutiert jetzt im Winter über die Räumpflicht von Hauseigentümern an Bushaltestellen, sogar ein Durchgang zur Straße muss gemacht werden. Das interessiert die FDP in liberaler Tradition natürlich genauer und fragt in der MoPo: „Wie breit müssen die Durchgänge sein? Nur für Fußgänger oder auch für Kinderwagen?“
04. Touristen unerwünscht
Das Eisenbahnmuseum schließt mal eben bis April. Ohnehin waren die meisten Touristen vom vollen Veranstaltungsprogramm in Chemnitz derart überfordert, dass das voll ok ist. Schließlich dauert es allein vier Stunden den Marx-Kopf einmal zu umwandern.
03. Wollt ihr den tollen Stollen kriegen?
Kennt ihr eigentlich den Witz mit der Rosine, die in den Stollen geht? Beileid. Helme werden die Rosinen aber trotzdem bald brauchen, denn der Stollenkrieg ist ausgebrochen! Die Zebra Werbeagentur vermarktet gegen die Dresdner Exemplare. Selbst biologische Kampfstoffe werden eingesetzt, welche angeblich nach dem Verzehr der Kalorienbomben zu adipöser Bewegungslosigkeit führen. Schutzbunker sind in jedem Fitnessstudio eingerichtet worden.
02. Stadtmarketing komatös
Die Entscheidung für das Motiv der neuen Stadtschokolade war knapp: mit nur einer Stimme Vorsprung bei 15 ingesamt angegeben Stimmen gewinnt das etwas weniger öde Motiv! Ein voller Erfolg im Stadtmarketing, was wohl zumindest etwas erfolgreich sein könnte, wenn es den Begriff Kreativität bei Wikipedia nachschlagen würde. Zu schwer? Hier der Link zum umstrittenen Konzept: Kreativität bei Wikipedia.
01. Meerschweinchen
Stern, Focus, Abendblatt… Chemnitz ist in den Medien wieder ganz oben vertreten. Ein spazierendes Meerschweinchen brachte den Erfolg für die Initiative der Polizei für niedlichere Berichterstattung (vgl. Punkt 06). Spätestens beim Friedenstag wird sich positive Berichterstattung über die Polizeiarbeit auszahlen, wenn es wieder lustig heißt: Wer schlägt den Rabauken? Wer schlägt den Demonstranten?





















[...] Der satirische Monatsrückblick für Chemnitz im Dezember 2011 … [...]
Kommentar hinterlassen